Ab wann brauche ich eine Drohnenversicherung (LHV)?

In Deutschland ist der Abschluss einer Drohnen-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben, unabhängig vom Gewicht oder Verwendungszweck der Drohne. Dies bedeutet, dass sowohl private als auch gewerbliche Drohnenpiloten eine entsprechende Versicherung benötigen, bevor sie ihre Drohne in Betrieb nehmen.


Gesetzliche Grundlagen der Versicherungspflicht

Gemäß § 43 Abs. 2 des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) sind alle unbemannten Luftfahrtsysteme und Flugmodelle versicherungspflichtig. Diese Regelung gilt für alle Drohnen, unabhängig davon, ob sie privat oder gewerblich genutzt werden.


Versicherungspflicht für Drohnen unter 250 Gramm

Auch für Drohnen mit einem Abfluggewicht von unter 250 Gramm besteht die Versicherungspflicht. Unabhängig von Größe oder Gewicht der Drohne ist eine Haftpflichtversicherung erforderlich.


Anforderungen an die Drohnen-Haftpflichtversicherung

Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung muss bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllen, darunter:

  • Mindestdeckungssumme: Die Versicherung sollte eine ausreichende Deckungssumme bieten, um potenzielle Schäden abzudecken.
  • Geltungsbereich: Der Versicherungsschutz sollte idealerweise weltweit gelten, insbesondere wenn die Drohne auch im Ausland genutzt wird.
  • Versicherungsbestätigung: Nach § 106 Abs. 1 LuftVZO ist der Versicherer verpflichtet, dem Versicherungsnehmer eine gesetzeskonforme Versicherungsbestätigung auszustellen.

Konsequenzen bei fehlender Versicherung

Der Betrieb einer Drohne ohne gültige Haftpflichtversicherung ist in Deutschland illegal und kann zu erheblichen Bußgeldern führen. Zudem haftet der Drohnenpilot persönlich für verursachte Schäden, was zu hohen finanziellen Belastungen führen kann.


Empfehlungen für Drohnenpiloten

Es ist ratsam, vor dem ersten Flug eine geeignete Drohnen-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Dabei sollten die individuellen Bedürfnisse und der geplante Einsatzbereich der Drohne berücksichtigt werden. Ein Vergleich verschiedener Versicherungsangebote kann helfen, den passenden Tarif zu finden.


Empfohlene Tarife für Privatnutzer

  1. NV PrivatSpar 6.0
    • Preis: €47,54/Jahr (mit €150 SB) oder €55,93/Jahr (ohne SB).
    • Deckung: Bis zu €5 Mio. für Haftpflichtschäden.
    • Einsatzbereich: Ideal für Hobby-Nutzer mit leichten Drohnen bis 100 g.
  2. Getsafe Komfort
    • Preis: Ab €28,33/Jahr.
    • Deckung: Bis zu €20 Mio. für Haftpflichtschäden.
    • Gewichtsgrenze: Bis 5 kg mit optionalem Zusatz.
  3. Adam Riese XXL
    • Preis: Ab €23,55/Jahr.
    • Deckung: Bis zu €50 Mio. für Schäden.
    • Einsatzbereich: Perfekt für Freizeitnutzer mit größeren Drohnen bis 5 kg.

Empfohlene Tarife für Gewerbliche Nutzer

  1. NV Gewerblich Tarif 1
    • Preis: €126,44/Jahr (mit €150 SB) oder €148,75/Jahr (ohne SB).
    • Deckung: Bis zu €3 Mio. für kommerzielle Flüge.
    • Einsatzbereich: Für Fotografen, Inspektionsdienste und Schulungen.
  2. HDI Gewerbe
    • Preis: Ab €119,00/Jahr.
    • Deckung: Bis zu €10 Mio. für Haftpflichtschäden.
    • Details: Umfasst FPV-Flüge und erweiterte Einsatzgebiete.
  3. Degenia Gewerblich T24
    • Preis: Ab €124,95/Jahr.
    • Deckung: Bis zu €10 Mio. für Personen-, Sach- und Vermögensschäden.
    • Einsatzbereich: Für vielseitige, gewerbliche Drohnenanwendungen.

Drohnenversicherung in der Privathaftpflicht

Einige private Haftpflichtversicherungen bieten einen Einschluss von Drohnen in ihren Policen an. Allerdings ist hierbei Vorsicht geboten:

  • Deckungssumme: Die in der Privathaftpflicht angebotene Deckungssumme für Drohnenschäden kann variieren und möglicherweise nicht ausreichend sein.
  • Geltungsbereich: Manche Policen decken Drohnenschäden nur in bestimmten Gebieten oder unter bestimmten Bedingungen ab.
  • Gefährdungshaftung: Viele Privathaftpflichtversicherungen bieten keine Gefährdungshaftung für Drohnen an, was bedeutet, dass Schäden nicht immer abgedeckt sind.

Daher ist es wichtig, die Bedingungen der eigenen Privathaftpflichtversicherung genau zu prüfen und gegebenenfalls eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung abzuschließen.


Private vs. gewerbliche Nutzung

Bei der Entscheidung zwischen einer privaten und einer gewerblichen Drohnen-Haftpflichtversicherung spielt der Einsatzzweck der Drohne eine entscheidende Rolle:

  • Private Nutzung: Für den rein privaten Gebrauch kann eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ausreichend sein, sofern sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
  • Gewerbliche Nutzung: Sobald die Drohne für kommerzielle Zwecke eingesetzt wird, ist eine gewerbliche Drohnen-Haftpflichtversicherung erforderlich, die speziell auf die Risiken und Anforderungen des gewerblichen Einsatzes zugeschnitten ist.

Tipp: Für umfassende gewerbliche Nutzung empfiehlt sich die gewerbliche Drohnenversicherung, um sich gegen hohe Haftungsrisiken abzusichern.


Drohnen-Kaskoversicherung: Schutz der eigenen Drohne

Zusätzlich zur Haftpflicht kann es sinnvoll sein, eine Drohnen-Kaskoversicherung abzuschließen, die eigene Schäden an der Drohne abdeckt:

  • NV Drohnen Kasko: Ab €105,91/Jahr für Drohnen bis €1.000 Wert.
  • Degenia T17 Premium: Ab €178,50/Jahr für umfassende Schäden inklusive Zubehör.

Weitere Informationen zu Kasko-Tarifen finden Sie hier.


Fazit

Unabhängig vom Gewicht oder Verwendungszweck der Drohne ist in Deutschland eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Es ist daher unerlässlich, vor dem Betrieb einer Drohne eine entsprechende Versicherung abzuschließen, um sowohl gesetzliche Vorgaben zu erfüllen als auch im Schadensfall abgesichert zu sein.

Empfehlung: Vergleichen Sie die besten Tarife für private und gewerbliche Drohnenversicherungen hier